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Mittwoch 18 Oktober 2017

Mobilität

Unsere alternde Gesellschaft hat zwangsläufig einen größeren Anteil an Behinderten, die ohne die notwendige Zuwendung und ohne Angebot von Mobilitätshilfen vereinsamen.

Momentan besitzen wir 6 Kleinbusse, vier mit hydraulischen Hebebühnen und einen mit ausziehbarer Rampe für Rollstühle. Der sechste Bus ist der Kindergartenbus, der keine Rampe braucht, da die Kleinkinder in den Bus gehoben werden. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt zur Zeit in der Beförderung von Kranken, die zur Tagesklinik oder zu Arztpraxen gebracht werden müssen. Wir haben eine Konzession als Mietwagenunternehmen, die uns vorschreibt, nur Fahrer mit Personenbeförderungserlaubnis einzusetzen. Für diesen Schein musste nicht nur eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Es musste auch eine Ortskenntnisprüfung abgelegt werden. Wir beschäftigen 8 Fahrer und eine entsprechende Anzahl an BeifahrerInnen. In der letzten Zeit kommen vermehrt Anfragen von Senioren- Tageseinrichtungen, die eine Begleitung Demenzkranker während der regelmäßigen Fahrt zu ihren Häusern wünschen. Hierfür haben wir eine Demenzbegleiterin eingestellt. Man kann nicht ausschließen, dass sich dieser Bereich ausweitet und zusätzliches Personal erfordert.

Aufgabe unseres Fahrdienstes ist auch, behinderte Menschen die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in unserer schönen Stadt zu gewähren. Dankenswerterweise hat die Stadtverwaltung die Vergabe von Transportgutscheinen wieder aufgenommen, sodass auch individuelle Wünsche, zumindest innerhalb des Stadtgebiets, ohne Fahrtkosten erfüllbar werden. Leider können wir nicht selbst Gutscheine vergeben. Unser Fahrbetrieb ist kostenintensiv. Benzin, Reparaturen, Neuanschaffungen, Löhne zwingen uns dazu, zu kalkulieren. Wenn wir den Fahrbetrieb im Sinne behinderter Menschen erhalten wollen, geht dies nur mit einer Preisgestaltung von € 15,-- für eine Einzelfahrt, was auch tatsächlich dem entspricht, was die Krankenkassen für die Fahrten kalkulieren.

Durch die Ausweitung der Nachfrage, nachdem Malteser und Johanniter in Speyer die Sitzend-Krankenfahrten für Arztpraxen nicht mehr durchführen, nimmt dieser Arbeitsbereich zur Zeit einen großen Raum ein. Die Entspannung, die durch den Einsatz der Niederflurbusse im öffentlichen Nahverkehr erwartet wurde, können wir noch nicht spüren.